MEZ Berlin. Wo Marx und Engels zuhause sind

Besuchstipp für Linke

Was macht die Spielhagenstraße 13 zu Charlottenburgs Top-Adresse, wenn es um linke Theorie und Praxis geht? DAS Marx-Engels-Zentrum!

Umgeben von der Shopping-Meile Wilmersdorfer Straße und den ewig pulsierenden Verkehrsadern Bismarck- und Kaiser-Friedrich-Straße liegt in einer gemütlichen Passage das MEZ, das Marx-Engels-Zentrum. Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich hier die beiden kreativen, hochengagierten Betreiber, Andreas Wehr und Marianna Schauzu – er Jurist, sie Molekularbiologin – ihr ambitioniertes Werk verwirklicht haben. Jetzt im Ruhestand wollen sie nochmal richtig loslegen, wobei das, was sie bislang vorweisen können, beeindruckt. Ob nachmittags oder abends, werktags oder am Wochenende – wir finden jede Menge Vorträge, Seminare, Kurse, Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen politischen Fragen (Griechenland, China, Ukraine usw.). Darunter auch anspruchsvolle theoretische Themen wie „Marxismus und Staat“ resp. „Was leistet die Stamokap-Theorie heute?“. Nicht zu vergessen die schon traditionellen MASCH-Grundkurse Marxismus bzw. MASCH-Kapital-Lesekurse. Das Power-Duo organisiert das Programm in Eigenregie und auf eigene Rechnung. Respekt! Chapeau!

Wird die Qualität und das Tempo weiter durchgehalten – was wahrlich einer gewalteigen Kraftanstrengung bedarf – dürfte das MEZ eine große Zukunft vor sich haben, ein Glücksfall für den Bezirk bzw. die ganze Stadt.
Wer besucht nun das MEZ? Die beiden Macher: „Es kommen die unterschiedlichsten Leute ins MEZ, zu Abendveranstaltungen, Tagesseminaren, Filmnachmittagen und Schulungen. Alle eint natürlich das Interesse an politischen Themen. Und um so aktueller und umstrittener das Thema ist, um so mehr sind es, die kommen. Da geht es dem MEZ so wie jeder anderen Bildungseinrichtung. Zu den Schulungen kommen ganz normale Leute. Ältere, die ihr MEW-Wissen auffrischen möchten, Junge, die ihr Wissen über Marx, Engels und auch Lenin noch aufbauen wollen.

Die Liste der Referenten imponiert: beispielsweise der italienische Historiker, Philosoph und Bestseller-Autor Domenico Losurdo („Westlicher Marxismus“ und „östlicher Marxismus“ – Eine unglückselige Spaltung), Namen über Namen, so wie die Politikwissenschaftler Georg Fülberth, Stefan Bollinger und Sabine Kebir und viele andere. Aktuell eingestiegen ist Professor Dr. Klaus-Peter Kisker, Ziehvater vieler marxistischer Politökonomen an/von der FU. Auch die beiden MEZ-Lenker und – Denker gestalten mit eigenen Vorträgen das Lehrprogramm und betrachten nicht nur von der Galerie aus das Geschehen, sie sind mittendrin. Wer an weiteren Namen und Themen interessiert ist, sei auf die höchst informative und gut sortierte Homepage des MEZ verwiesen oder trage sich am besten in die Verteilerliste der regelmäßigen Informationen ein: www.mez-berlin.de

„Man sieht sich. Bis zum nächsten Mal …“, ist das gängige Abschiedswort im MEZ. Gemeint ist die Spielhabenstraße 13 (Parterre links). Marianna Schauzu und Andreas Wehr – und uns allen – ist zu wünschen, dass es so noch lange bleibt.

Horst Löffler

Veröffentlicht in: BezirksBühne, Zeitschrift der Partei Die Linke Charlottenburg-Wilmersdorf, März 2016

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