Referentin: Sabine Kebir

Libyen – auf dem Weg zu einem zweiten Syrien?

Abendveranstaltung , 19:00–21:00 Uhr

Nach dem von westlichen Mächten unterstützten Putsch und der Ermordung von Staatschef Muammar al-Gaddafi im Oktober 2011 versank Libyen im Bürgerkrieg. Inzwischen haben sich zwei Lager herausgebildet, die um die Macht kämpfen: Die von der UNO eingesetzte offizielle Regierung von Fajez as Sarradj, die aber nicht viel mehr als die Hauptstadt Tripolis kontrolliert, und die unter Leitung Chelifa Haftar stehende Libysche Nationalarmee, die große Teile des Landes beherrscht.

Beide Lager werden von auswärtigen Mächten unterstützt und mit Waffen versorgt. Stehen an der Seite von Fajez as Sarradj die Türkei und Katar, so fördern Ägypten und Russland Chelifa Haftar. Auch die Staaten der EU sind sich in ihrer Haltung gegenüber Libyen nicht einig: Frankreich, Griechenland und Zypern unterstützen Haftar, Italien unterstützt Fajez as Sarradj. Dabei geht es vor allem um den Zugang zum Erdöl des Landes.

Kürzlich unternommene Versuche - erst in Moskau und wenig später in Berlin - zwischen den beiden Lagern zumindest einen Waffenstillstand zu vermitteln, scheiterten. Wie Syrien, droht nun auch Libyen endgültig ein Spielball ausländischer Mächte zu werden.               

Über die Hintergründe des Konflikts und die Möglichkeiten für einen Frieden diskutieren wir am Freitag, dem 24. April 2020, um 19.00 Uhr, im MEZ, Spielhagenstraße 13, 10585 Berlin-Charlottenburg, nahe U-Bhf. Bismarckstraße (U2 und U7) und Bus 109.
Kostenbeitrag: 3 Euro

Sabine Kebir

Kultur- und Politikwissenschaftlerin

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